Wo eine Jeans zur Tasche wird

Das Bernhard-März-Haus beteiligte sich am bundesweiten Einzigware-Tag der Caritas

Jürgen Stein vom Dortmunder Einzigware-Team zeigt, was aus altem Stoff alles entstehen kann. Fotos: Maas

 

Dortmund. Bunt, verspielt und auch praktisch – beim bundesweiten Einzigware-Tag zeigte auch das Dortmunder Team im Bernhard-März-Haus, was es drauf hat. Allen Artikeln, die an diesem Tag neue Besitzer fanden, ist eines gemeinsam: Eigentlich wollte den Grundstoff niemand mehr haben. Doch mit Kreativität und handwerklichem Geschick wird aus Müll etwas Neues.

von Wolfgang Maas

„Upcycling“ (Wiederverwertung) nennt sich dieses Prinzip, nach dem die Dortmunder Einzigware entsteht. Menschen mit Benachteiligungen am allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten hier eine Perspektive.

„Die Leute haben keine Ausbildung in diesem Bereich. Es sind keine Profis“, erklärt Einzigware-Mitarbeiter Jürgen Stein. Doch alle 18 Teilnehmer dieses Projektes, das zur beruflichen Eingliederung dient, sind hoch motiviert. Sie wollen etwas lernen, sich fit machen für den Arbeitsmarkt.

Jürgen Stein schüttelt einem jungen Mann die Hand. Er hat die Maßnahme bereits abgeschlossen, kommt nun, um an seinem Lebenslauf zu arbeiten. Mit dem will er sich dann bewerben. Und natürlich bleibt noch genügend Zeit für einen Plausch.

Steins Kollegin Sbongile Mathibe blickt derweil fasziniert auf einen Schmuckstand, der beim Einzigware-Basar in einem Flur steht. „Viele Leute schenken uns Schmuck, den sie eigentlich wegwerfen wollten“, erzählt Mathibe. Mit viel Kreativität sei dann etwa aus drei Schmuckstücken eine völlig neue Kette entstanden.

Überhaupt sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vorgaben bekommen die Teilnehmer bei Einzigware nicht. Sie können auch Neues wagen, auf das handwerkliche Fachwissen von Jürgen Stein zählen. Der greift derweil nach einer Pinnwand. Der Kork ist eingefasst von einem Bilderrahmen – aber nicht irgendeinem. „Den haben wir mit Flammen abgedunkelt.“ Und somit sieht das gute Stück gleich viel interessanter aus.

An einem Ständer hängen auch verschiedene Beutel, die beispielsweise einmal eine Jeans oder ein T-Shirt waren. Ein echter Hingucker ist ein Schachspiel, das aufwändig gearbeitet ist. „Das war einmal ein Kinderbett“, erklärt Jürgen Stein. Aus den Bettpfosten entstanden die einzelnen Teile des Spielfeldes.

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