Was Senioren wünschen

Ungewöhnliche Weihnachtsaktion des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern

Arnsberg (jon). Mit einer ungewöhnlichen Aktion vor Weihnachten macht der Caritasverband Arnsberg-­Sundern auf die Wünsche von Senioren aufmerksam. Denn auf deren Weihnachtswunschliste stehen ganz oben so einfache Dinge wie ein Besuch, zusammen spielen oder einkaufen gehen.

15 Bewohner des Seniorenhauses St. Joachim in Arnsberg stellten sich als Models zur Verfügung und äußerten vor dem Weihnachtsfest ihre Wünsche.

 

Zumindest auf der Liste der Bewohner des Seniorenhauses St. Joachim. Denn die stellten sich für ein ganz besonderes Fotoshooting zur Verfügung. Das Ziel: per Plakat Ehrenamtliche zu finden, die die Senioren besuchen und ihnen den Wunsch nach Gemeinschaft erfüllen. Denn im Unterschied zu Bewohnern so manch anderer Seniorenheime habe das Haus St. Joachim teilweise sehr junge Bewohner und auch sehr viele, die mit Unterstützung auch mobil sind und gerne mehr unternehmen würden, erklärt Dina Ostermann, die im sozialen Dienst des Hauses die Freizeitangebote und die soziale Betreuung mit ihrem Team gestaltet. „Viele unserer Bewohner haben keine Angehörigen oder Angehörige, die weiter weg wohnen und nicht oft zu Besuch kommen können.“

Das Seniorenhaus St. Joachim ist seit 2015 in Trägerschaft der Caritas, trotzdem gestaltet es sich schwierig, Ehrenamtliche für das Haus und die Bewohnerinnen und Bewohner zu gewinnen. „Klar, in unserem Seniorenhaus muss umgebaut werden und es ist leider optisch noch nicht alles so schön und neu wie in unseren anderen Häusern“, erzählt Pflegedienstleitung Ramona Schmitt. „Die Menschen, die hier leben, sind aber genauso nett, freundlich und aufgeschlossen wie in den anderen Häusern und freuen sich genauso über Besuch.“

So jung geblieben und bunt, wie die Bewohner im Seniorenhaus St. Joachim, ist auch das Team des Hauses, und das scheint ansteckend zu sein. „Als wir den Bewohnerinnen und Bewohnern von unserer Idee, mehr Werbung für das Ehrenamt zu machen, erzählt haben, waren sie alle sofort Feuer und Flamme und hatten Ideen, was sie mit ihrem Ehrenamtlichen so alles machen könnten“, begeistert sich Markus Kögler, Einrichtungsleiter des Hauses. „Bei der Idee, tatsächlich unsere Leute zu fotografieren, war ich zunächst skeptisch, ob das unseren Bewohnerinnen und Bewohnern recht ist. Man muss dafür ja auch ganz schön viel Mut aufbringen.“

Doch Köglers Skepsis war anscheinend unbegründet. Innerhalb weniger Tage waren 15 Models gefunden, die eine ganz konkrete Idee hatten, was sie sich wünschen, und die mit ihrem Talent beim dann folgenden Fotoshooting sogar den Fotografen Boris Golz völlig überraschten. Kurzerhand wurde mit mobilem und barrierefreiem Fotostudio ein Termin organisiert. Alle bestanden auf ihrem Sonntagsoutfit, sogar der gute Pelzmantel wurde hervorgeholt. Nach Hairstyling und Maske ging es dann vor die Kamera. Heraus kamen erstaunliche Porträts dieser 15 Arnsberger Persönlichkeiten.

Wie sehr die Senioren sich über die Abwechslung und die Aufmerksamkeit freuten, war am Tag des Fotoshootings seh- und spürbar. „Wir wollen mit den schönen Bildern aber jetzt nicht nur zeigen, dass wir hier in Arnsberg auch noch da sind“, formuliert der Heimbeirat des Hauses. „Wir wollen wirklich was bewegen und mindestens für diese mutigen 15 Seniorinnen und Senioren einen Ehrenamtlichen finden, der regelmäßig zu Besuch kommt.“

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