Nach uns die Sintflut

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Der Sommer ist noch immer nicht zu Ende. Mitte Oktober werden in Deutschland hochsommerliche Temperaturen erreicht. Manche „Sonnenanbeter“ mögen sich darüber freuen. Doch verbunden mit der seit Monaten andauernden Trockenheit ist dieses Jahr katastrophal.

Foto: Alexandra H. / pixelio

 

Die Natur hat unter der Dürre zu leiden. Nach den Feldern trocknen nun auch die Wälder aus. Der Borkenkäfer hat dadurch freie Bahn und schon viel Wald zerstört. Ganze Flüsse sind ausgetrocknet, zahlreiche Fische verendet. Die Talsperren im Land sind so leer wie schon lange nicht mehr.

Alle ernst zu nehmenden Wissenschaftler sagen voraus, dass solche Wetterverhältnisse künftig häufiger auftreten werden. Gerade erst hat der Weltklimarat einen alarmierenden Bericht zum Klimawandel veröffentlicht. Wenn die Erderwärmung nicht gestoppt wird, drohen katastrophale Folgen für die Natur und den Menschen.

Und was machen die politisch Verantwortlichen? Die Bundesregierung, die einst den Anspruch hatte, beim Klimaschutz weltweiter Vorreiter zu sein, hat ihre Klima­ziele längst aufgegeben. In der Europäischen Union trat sie in der letzten Woche bei der Debatte um die Reduzierung von Schadstoffen im Straßenverkehr sogar als Bremser auf. Statt Druck auszuüben, hält die Große Koalition die Hand über die Autoindustrie, die die Zeichen der Zeit seit Jahren verschlafen hat. Die Rodung des Hambacher Forstes musste erst ein Gericht stoppen, weil die Politik klimapolitisch handlungsunfähig ist.

„Nach uns die Sintflut“ – so lautet offenbar das fast weltweite Motto von Politik und Wirtschaft. Und das kann man durchaus wörtlich nehmen, wenn mit der Erd­erwärmung die Meeresspiegel weiter steigen und ganze Länder – darunter auch Teile von Deutschland bis zu den Mittelgebirgen – überflutet werden.

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