Liebe, die sehend macht

Geistlicher Glaubensimpuls

Für die „Geistlichen Seiten“ dieser Zeitung zuständig zu sein, heißt auch, Bilder zu den Evangelien und zu den Gedanken auf der gegenüberliegenden Seite auszusuchen. Ach, und da möchte man jetzt mal ein bisschen klagen …

Kinder, Tiere, alte Leute - nach einer alten Journalistenregel springen Leser darauf an. Also dann: ein Tier, genauer gesagt: Filou, der Hund vom Chefredakteur. :-)

 

von Claudia Auffenberg

Denn seit Wochen, genauer gesagt, in der ganzen Osterzeit, die jetzt zu Ende geht, kreisen die Texte um die Liebe. Gelesen wurde aus der Abschiedsrede Jesu nach Johannes. Nicht, dass man etwas gegen das Thema hätte, ganz im Gegenteil, aber das, was die diversen Bildagenturen dazu hergeben, ist reichlich kitschig: Herzen in jeder Form, Rosen, Sonnenuntergänge. Manchmal auch Hunde, die sind natürlich total süß, passen aber nur selten zum Evangelium. Denn, das wird über die Wochen klar, die Liebe, von der Jesus redet, ist eine andere als die, von der die Menschen gern reden und noch lieber singen.

Ihm geht es, wenn man das richtig verstanden hat, nicht um die innige Liebe zweier Menschen zueinander (Bildmotiv: Silhouette zweier Menschen am Strand vorm Sonnenuntergang), sondern um die grundsätzliche Haltung des Menschen zu sich, zu den Mitmenschen, zur Welt. Vermutlich hat es gerade mit diesem Verständnis von Liebe zu tun, dass sich katholische Eheleute nicht nur einander die Treue versprechen, sondern sich auch bereit erklären, als christliche Eheleute Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen.

Im heutigen Evangelium redet Jesus über seine Jünger, zu denen er in den Wochen vorher gesprochen hat. Und gerade heute wird noch mal deutlich: Nicht aus der Welt herausgenommen werden sollen die Jünger, also wir, sondern in der Welt bleiben, aber bewahrt vor dem Bösen. Es geht also nicht um eine Liebe, die blind macht, sondern um eine, die sehend macht. Zu dieser Liebe sind nicht nur Paare berufen und nicht nur ihr Zeugnis ist wertvoll, sondern das aller Menschen, die lieben.

Mmh ..., aber wie illustriert man das?

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