Kriminelle Energie

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Es ist offenbar schick, die Kirche zu kritisieren – nicht nur von außen, sondern auch von innen. Immer, wenn in der Kirche etwas Ungewöhnliches passiert, wird gleich am ganzen System herumgemäkelt.

Foto: Rike / pixelio

 

So geschieht es auch jetzt wieder, nachdem im Bistum Eichstätt ein Finanzskandal aufgedeckt wurde.Der Präsident des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Ulrich Hemel, meint, das System der Finanzverwaltung der Bistümer müsse auf den Prüfstand. „Wenn das System sich nicht ändert, gilt leider: Sie können die Uhr danach stellen, der nächste Skandal kommt“, so Hemel.

Der BKU-Präsident tut gerade so, als seien Finanzskandale in der Kirche an der Tagesordnung. Vielleicht sollte er zunächst mal einen Blick in die eigenen Reihen der Unternehmen werfen. Trotz hoch bezahlter Geschäftsführer und Vorstände sowie fürstlich entlohnter Aufsichtsräte gibt es auch in „normalen“ Unternehmen immer wieder Fälle von Betrug, Untreue oder Unterschlagung.

Wie effektiv die Kontrolle in deutschen Unternehmen ist, hat sich ja beim Dieselskandal gezeigt. Vorstände und Aufsichtsräte wollen nichts vom Betrug am Autofahrer mitbekommen haben. Wenn das stimmt, funktioniert also auch das Kontrollsystem in der Wirtschaft nicht.

In den meisten Fällen, in denen Geld aus einem Unternehmen in die eigene Tasche abgezweigt wird, ist viel kriminelle Energie im Spiel, so wie jetzt im Bistum Eichstätt. Das lässt sich kaum vermeiden. Denn Kriminelle finden immer Mittel und Wege für ihr Handeln.

Ich wage hier die These, dass die Kirche sogar weniger anfällig für solche Machenschaften ist. Denn aufgrund ihrer christlichen Einstellung sind Kirchenmitarbeiter einfach ehrlicher.

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