Hochaktueller Gedenktag

Ein Kommentar von Matthias Nückel

In diesem November häufen sich die Gedenktage ganz besonders. Zu Allerheiligen, Allerseelen und dem Volkstrauertag kommen noch der 80. Jahrestag der „Reichs­pogromnacht“ sowie der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges. Diese Gedenktage beschäftigen sich mit Ereignissen der Vergangenheit, auch wenn es sicherlich Bezüge zur Gegenwart gibt

Foto: Mihaly Koles / unsplash

 

Ein hochaktueller Gedenktag wird dagegen an diesem Sonntag begangen – der „Welttag der Armen“. Er wurde von Papst Franziskus zum Abschluss des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ eingesetzt und findet nun zum zweiten Mal statt.

Der „Welttag der Armen“ richtet den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft. Denn Armut ist die Ursache der meisten Probleme auf der Welt. Armut kann Kriege erzeugen, Armut treibt die Menschen in die Flucht aus ihrer Heimat, und Armut ist eine Ursache für politische Unzufriedenheit.

Arme Menschen gibt es nicht nur weit weg in den Ländern der sogenannten Dritten Welt oder in den Schwellenländern. Es gibt sie auch bei uns in Deutschland. Viele Witwen leben mit einer extrem kleinen Rente unterhalb des Existenzminimums. Alleinerziehende Mütter müssen jeden Cent umdrehen und etwa zwei Millionen Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen.

Ein Naturgesetz ist Armut jedoch nicht. Sie ist von Menschen erzeugt. Eigentlich gibt es genug Lebensmittel und andere Konsumgüter für alle auf der Erde. Während aber auf der einen Seite Überfluss herrscht, gibt es auf der anderen Seite gravierenden Mangel. Die Kluft zwischen Armen und Reichen ist ein weltweites Verteilungsproblem.

Solange die ungleiche Aufteilung des Reichtums der Erde zwischen reichen und armen Staaten, zwischen reichen und armen Menschen nicht beseitigt wird, solange werden auch die anderen Probleme auf dieser Welt nicht gelöst werden.

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