Ein neuer Aufbruch

Ein Kommentar von Matthias Nückel

Ostern ist das Fest des Aufbruchs. Ostern leitet durch die Auferstehung Jesus eine neue Zeit ein. Deshalb hat die Vorbereitung der Jugendsynode im Vatikan genau zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden – nämlich in den vorösterlichen Tagen.

Vorsynode in Rom. Das Bild zeigt in der Mitte die beiden deutschen Delegierten: Magdalena Hartmann, Schönstatt-Bewegung, und Thomas Andonie, Bundesvorsitzender des BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend). Foto: kna

 

Zu dieser Vorsynode war ein breites Spektrum junger Menschen eingeladen worden – nicht nur Katholiken, sondern auch Andersgläubige und Atheisten. Papst Franziskus – das hat er immer wieder deutlich gemacht – möchte nämlich keine Jugend, die den Erwachsenen nach dem Mund redet. Das gilt nicht nur politisch, sondern auch für die Kirche.

Der Papst setzt auf eine „revolutionäre“ Jugend. Das machte er in seiner Predigt am Palmsonntag erneut deutlich. Eindrucksvoll war sein Aufruf an die Jugend: „An euch liegt es, euch für das ‚Hosanna‘ des Sonntags zu entscheiden, um nicht dem ‚Kreuzige ihn!‘ des Karfreitags zu verfallen. Es liegt an euch, nicht zu schweigen. Wenn die anderen schweigen, wenn wir, die Ältesten und die Verantwortlichen – oft korrumpiert – schweigen, wenn die Welt schweigt und ihre Freude verliert, frage ich euch: Wollt ihr schreien?“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vorsynode haben ihrerseits deutlich gemacht, dass sie in der Kirche mitmischen möchten. So heißt es im Abschlussdokument: „Besonders der Hierarchie sagen wir: Seid transparent, offen, ehrlich, einladend, kommunikativ, zugänglich, freudig und eine Gemeinschaft im Austausch. Eine glaubwürdige Kirche hat keine Angst, als verletzlich zu gelten.“ Und es wird gefordert, „in der Kirche die Logik des ‚Das war schon immer so‘ zu überwinden“.

Wenn vieles von dem, was in der Vorsynode beraten und beschlossen wurde, bei der Bischofssynode im Herbst auf offene Ohren stößt, dann wäre dies ein wichtiger Schritt, die Jugend wieder zu erreichen. Und Ostern 2018 könnte der Auftakt eines neues Aufbruchs sein.

Hinweis: Einen ausführlichen Bericht über die Vorsynode finden Sie inder gedruckten Ausgabe des Dom, Nr. 13 vom 1. April 2018

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